Yoga - A.G. - Antonie Gumpinger
Ruhe finden, innere Ruhe finden

Der Yoga möchte die innere Ruhe (samadhana) des Menschen fördern, damit dieser seine Aufgaben im Leben besser meistern und Prioritäten setzen kann.

Dabei ist es wichtig, die Konzentration (dharana) zu stärken. Hierbei wird mit aufgerichteter Wirbelsäule und entspanntem Atem im Sitzen geübt. Man konzentriert sich auf einen Gegenstand, eine Pflanze oder einen Gedanken (einen spirituellen Gedanken wie z.B.: "Jede Bewegung wirkt rückwirkend auf die Atmung und verändert die Tiefe, die Intensität, die Qualität und den Rhythmus" *). Alle anderen Gedanken, die immer wieder auftauchen, lässt man wie Wolken am Himmel vorbeiziehen.

Die Meditation (dhyana) kann man sich wie die Konzentration vorstellen, jedoch wird sie länger gehalten. Das Ziel ist, neben dem Sichtbaren auch das Nichtsichtbare wahrzunehmen, wie beispielsweise Empfindungen, die einem von einer Pflanze entgegen kommen.

Eine schöne Übung ist der Tagesrückblick. Man verfolgt seinen Tag vom abendlichen Zeitpunkt zurückgehend bis hin zum Aufwachen. Die Rückschau kann ungefähr fünf Minuten oder auch länger dauern. Jene wird im Schneidersitz, entweder halber oder ganzer Lotussitz, mit aufgerichteter Wirbelsäule ausgeführt. Dabei bleibt der übenden Person die Option offen, den Rückblick auf dem Boden oder auf einem Stuhl durchzuführen. Der Atem sollte immer frei fließen und das Gesicht sowie der Kopf- und Nackenbereich sollten locker bleiben. Während des Tagesrückblicks kann man auch bei bestimmten Situationen oder Personen, die einem wichtig erscheinen, länger verweilen. Dies sollte möglichst objektiv geschehen, d. h. eigene Gefühle und Gedanken sollten zurückgehalten werden. Der Tag kann abgeschlossen werden und die Nachtruhe sich besser einstellen.

*Aus dem Buch "Der freie Atem und der Lichtseelenprozess" von Heinz Grill, S. 46
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Letzte Aktualisierung am 13.02.2020 . eMail senden